Warum Bass?

Der tiefe Ton - manchmal auch höher....
mit E-Bass und Kontrabass

 

Jeder kennt das: Ein Lied fängt an, und zuerst ist nur die Gitarre zu hören. Dann setzen die anderen Musiker ein. Aber erst, wenn der Bass da ist, hat man das Gefühl, das Lied habe wirklich begonnen. Er trägt die Musik,  baut das Gerüst, auf dem Gitarristen dann turnen, er setzt den Drive, liefert die Farbe, macht ein Stück harmonisch abwechslungsreich, lässt den Fuß wippen – und ergreift den ganzen Körper. Und Soli kann man auf einem Bass spielen wie auf jedem anderen Instrument auch. Aber was wären die Beatles ohne Paul McCartney, Cream ohne Jack Bruce, die Red Hot Chili Peppers ohne Flea, Primus ohne Les Claypool?

Gut, man kann auf diesem Instrument relativ schnell einfache Linien lernen und damit fast von Anfang an in eine Band einsteigen. Aber ist das nicht Anlass zu Genugtuung und Freude? Schnell wächst man hinein in das Instrument und lernt, viel schwierigere Dinge zu spielen. Die weitere Entwicklung in musikalischem Ausdruck und spieltechnischen Fertigkeiten ist dann grenzenlos. Also ran an den Bass, unter fachgerechter Anleitung, und das Vorurteil „ist ja nur Bass“ verwandelt sich bald in Anerkennung. Außerdem sind versierte Tieftöner viel gesuchter als eitle Gitarristen.

In meinen Unterricht benutze ich auch so genannte "Play Alongs": Aufnahmen einer ganzen Band, jedoch ohne Bass. So kann der Schüler dann mit seinem Bassspiel die Musik füllen und zum Leben erwecken und dabei erfahren, wie es ist, in einer Band als Bassist zu spielen. Gleichzeitig werden spielerisch die Techniken für Rhythmik, Tonbildung, Dynamik und natürlich Greif- und Anschlagstechnik gelernt. „Heimatkunde“ nenne ich den Erwerb der grundlegenden instrumentaltechnischen Fertigkeiten. Dazu gehört auch, dass man sich in verschiedenen musikalischen Stilen und Genres bewegen kann, von Rhythm & Blues über Hard Rock bis zum Jazz.

Gerne steige ich dann auch auf musikalische, stilistische Vorlieben ein, und gebe Ratschläge bei den Songs, welche der Schüler in einer Band spielt. Im Rock, Pop oder Jazz Bereich muß man sehr viel selbst heraushören, weil es selten fertige Transkriptionen für die Stücke gibt. Auch beim Heraushören helfe ich gerne. Ziel ist natürlich, daß dies bald alleine bewältigt werden kann.

Der E-Bass ist noch ein junges Instrument, nur gut fünfzig Jahre alt. Die Spieltechniken haben sich in dieser kurzen Zeit jedoch rasend schnell entwickelt: Finger-Style, Plektrum-Style, Slap, Double-Thumbing, Tapping, Flageoletts. Genauso die Vielfalt der Instrumente. Nachdem es am Anfang nur den viersaitigen  „Fender Bass“ für Rechtshänder gab, gibt es jetzt häufig Elektro-Bässe mit  fünf oder sechs Saiten, sogar kuriose Modelle mit bis zu zwölf Saiten. Bässe ohne die sonst üblichen Bundstäbchen gibt es auch: Sie heißen dann Fretless Bass und haben einen wunderschönen singenden Ton, sind allerdings auch schwieriger zu spielen. Deshalb empfehle ich zum Einstieg den normalen E-Bass mit 4-Saiten und Bundstäbchen. Auch für Linkshänder werden Bässe angeboten, und im Vergleich zu früher gibt es recht gute Einsteigerinstrumente schon für wenig Geld.

Der Kontrabass  hat von vorneherein keine Bundstäbchen und beeindruckt, ob gestrichen oder gezupft, durch seinen warmen, akustischen Ton und seine Größe. Nur wenige Instrumente verkörpern ein solches Miteinander von Musikstilen wie der Kontrabass. Überall kann er zum Einsatz kommen, ob bei Bach, Miles Davis oder  Norah Jones. Auch im Rock wird er wieder viel gespielt, und in Jazz, Soft-Pop, Latin, Salsa, Rock’n’ Roll, Rockabilly,  Bluegrass, Ska ist er sowieso zu Hause.

Seit Jahrzehnten bin ich mit dem E-Bass oder Kontrabass in den verschiedensten Bands in vielen Ländern der Welt unterwegs, bin vor großem und kleinen Publikum aufgetreten, habe Schallplatten aufgenommen, habe Rock und Jazz, Soul und Weltmusik gemacht. Und das Musikmachen bereitet mir immer noch große Freude Gerne gebe ich meine Erfahrungen als lernender, ausübender und lehrender Musiker weiter.

Willkommen sind absolute Anfänger, Fortgeschrittene, Profis….

NORBERT DÖMLING    © 2009

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